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Auswahlverfahren

Erfahrungsbericht

Für mich stand schon lange fest, dass ich nach der Schule zur Polizei möchte. Am liebsten in meinem Heimat-Bundesland Brandenburg. Über die Seiten der Polizei im Internet bewarb ich mich online und erhielt wenige Tage später eine Eingangsbestätigung per E-Mail.
Die Einladung zum Auswahlverfahren erhielt ich dann wiederum erst mehrere Wochen später. Auch die Einladung wurde elektronisch per E-Mail zugestellt. Ich hatte nun noch rund einen Monat Zeit, um mich auf den Termin vorzubereiten.

Ich legte noch bei meiner örtlichen Schwimmhalle das Deutsche Schwimmabzeichen in Silber ab (ca. 15 Euro) und ließ mir als Brillenträger vom Augenarzt den augenärztlichen Befundbericht ausfüllen (ca. 80 Euro). Beides kann jedoch auch nach erfolgreichem Auswahlverfahren nachgereicht werden.

Anreiseinformationen, die Unterlagen zur Buchung einer Übernachtungsmöglichkeit an der Fachhochschule, Testvorbereitungshilfen, den augenärztlichen Befundbericht und weiteres findest du hier.

Als der Tag des Auswahlverfahrens an der Fachhochschule der Polizei Brandenburg gekommen war, begann er für mich am frühen Morgen mit einer Bahnfahrt nach Oranienburg. Dort angekommen nahm ich den Bus 805 zur Haltestelle FH Polizei, so dass ich rund 30 Minuten vor Beginn am Eingang der Fachhochschule ankam.

Ausbildungsinhalt

Ich meldete mich zunächst beim Wachmann mit meinem Einladungsschreiben und ließ mir den Weg zum Auswahldienst erklären und zeigen.

Pünktlich um 08:00 Uhr wurden wir durch einen Herrn des Auswahldienstes begrüßt. Wir waren inzwischen mehr als 20 Bewerber, die das Auswahlverfahren durchlaufen und bestehen wollten. Ich war überrascht, dass es so viele waren und ich überlegte, wie viele es heute wohl schaffen würden und am Ende vielleicht bei der Polizei in Brandenburg anfangen könnten.

Nachdem uns der Prüfer den Tagesablauf schilderte und auch die Anwesenheit überprüfte, gingen wir in einen anderen Raum. Dort fand das psychologische Messverfahren Jobfidence© am Computer statt. Nach einer Begrüßung gab jeder Bewerber seine persönlichen Daten am Rechner ein. Die folgenden Aufgaben waren in Blöcke aufgeteilt und der Prüfer legte Wert darauf, dass niemand etwas ohne seine Anweisungen tat.

Als ich nach ca. 90 Minuten fertig war, ging ich zurück in den Warteraum. Auf ein paar Dinge konnte man sich im Vorfeld natürlich vorbereiten. Die Literatur oder auch das Internet geben da kleine Hilfestellungen. Andere Dinge wiederum erschlossen sich mir nicht sofort. Nachdem dann alle fertig waren, gingen wir in einen weiteren Raum und schauten uns dort einen Film zu diesem Jobfidence©-Verfahren an. Es wurden uns die einzelnen Blöcke des Testverfahrens erklärt.

Der Prüfer kam wieder und verlas eine Liste mit Namen, die weiterhin im Verfahren waren. Ich wusste zwar nicht genau, was ich richtig und andere falsch gemacht haben, aber ich hatte bestanden und war eine Stufe weiter… auf zum Diktat. Von der Hälfte der Bewerber mussten wir uns an dieser Stelle aber auch verabschieden. Wer wollte, konnte sich in einem persönlichen Gespräch noch einmal die Gründe für sein Ausscheiden erläutern lassen.

Ausbildungsinhalt

Wir gingen also mit 13 Leuten zum Diktat. Dazu waren wir wieder in dem Raum, wo wir uns auch den Film vorher angeschaut haben. Jeder hatte einen Einzelplatz mit Computer, um ein elektronisches Diktat zu verfassen. Dieses umfasste rund 300 Wörter und stellte inhaltlich Bezug zu polizeilich relevanten Sachverhalten her. Danach arbeiteten wir uns Satz für Satz in einem passenden Tempo voran. Einzelne Satzteile wurden dabei auch durch den Prüfer wiederholt. Als wir fertig waren, hatte jeder noch einmal zwei Minuten Zeit, um das Geschriebene zu kontrollieren und mögliche Fehler zu korrigieren.

Im Anschluss hatten wir ungefähr eine Stunde Mittagspause. Einige mit längerer Anreise gingen da in Ihre Unterkunft. Diese wurde einem für einen Preis von ca. 12 Euro für eine Nacht auf dem FH-Gelände zur Verfügung gestellt. Wie ich inzwischen aus den Gesprächen wusste, kamen wir Bewerber und Bewerberinnen aus vielen Bundesländern. Ich ging mit einer Gruppe zum Mittagsessen in die Mensa. Dort konnte man zwischen verschiedenen Gerichten zum Preis zwischen zwei und vier Euro wählen. In der Mensa tauschten wir uns natürlich die meiste Zeit über den bisherigen Tag aus und versuchten auch Fehler im Diktat herauszufiltern, um vielleicht jetzt schon zu erfahren, ob man bestanden haben müsste oder weiter zittern muss.

Zurück im Warteraum gab es gegen 12:30 Uhr die nächste Entscheidung. Während wir beim Mittagessen waren, wurden die Diktate kontrolliert. Neun von uns durften in der Folge zum Sporttest. Die anderen wurden zum persönlichen Abschiedsgespräch in die Büros der Prüfer gebeten. Ich hatte es also wieder geschafft. Das war super, hatte ich doch vor dem Diktat am meisten Angst bzw. Respekt. Die Auswertung des Diktats erfolgte dann erst nach dem Sporttest. Ich hatte insgesamt 7,5 Fehler gemacht und war damit überaus zufrieden.

Den folgenden Sporttest sollte ich eigentlich ohne größere Probleme bestehen. Im Schulsport wechselte ich mich in der Notengebung immer zwischen Note eins und zwei ab. Außerdem hatte ich zuhause schon einmal überprüft, ob ich die Normen des Sporttests schaffen würde.
Nachdem wir uns also im Umkleideraum die Sportsachen angezogen hatten, wurden wir zur Sporthalle gebracht. Die sah, wie eigentlich alles auf dem Campus, ziemlich modern aus. Der Sportprüfer hatte bereits alle Stationen aufgebaut. Inzwischen hat sich der Sporttest seit dem 23.01.2017 verändert. Es gibt nun eine Vielzahl von Übungen zur Auswahl aus denen man pro Kategorie eine erfolgreich absolvieren muss. Der Körpereignungstest beinhaltet eine Überprüfung, ob man mit den polizeilichen Einsatzmitteln (Pistole, Schild) umgehen kann.

Es ging damit weiter, dass wir uns durch einige Infoschreiben und Belehrungen arbeiten mussten. Der typische Papierkram halt. Nachdem auch das gegen 15:30 Uhr geschafft war, war der 1. Tag meines Auswahlverfahrens be- und überstanden.

Ausbildungsinhalt

Am darauffolgenden Tag musste ich wieder um 07:15 Uhr im Warteraum sein. Dort gab ich dann zunächst meine am Vortag ausgefüllten Dokumente sowie die im Einladungsschreiben aufgeführten Sachen wie Lebenslauf und Zeugnis ab, bevor es zur ärztlichen Untersuchung ging. Diese fand eine Etage tiefer statt. In der Folge musste ich einen Hör- und Sehtest absolvieren, musste eine Urinprobe abgeben, den Fragen und der Begutachtung des Arztes standhalten und mich einem Belastungs-EKG unterziehen. Bei letzterem sitzt man auf einem Fahrrad und wird mittels Saugknöpfen an einen Computer angeschlossen.

Beim Hörtest setzte man sich in eine Kabine und bekam Kopfhörer aufgesetzt sowie einen Schalter in die Hand. Den Schalter galt es bei Geräuschwahrnahme zu betätigen. Beim Sehtest schaut man auf fast geschlossene Kreise und muss die Öffnungen bestimmen. Weiterhin wird überprüft, ob man eine Rot-Grün-Schwäche besitzt und wie gut man peripher sehen kann. Bei diesem Test schaut man in ein Gerät und gibt an, ab wann man Punkte aus verschiedenen Richtungen wahrnehmen kann.

Im Anschluss an diesen Abschnitt waren wir noch fünf Bewerber. Bis auf das Auswahlgespräch hatten wir also alle Etappen gemeistert, wobei die ärztliche Tauglichkeitsbescheinigung vorbehaltlich der Auswertung der Blut- und Urinprobe galt. Im Nachgang kam bei mir nichts Negatives heraus.

Die letzte Hürde hatte ein jeder Bewerber nun einzeln zu nehmen. Die Reihenfolge des letzten Testabschnitts sollten wir unter uns Bewerbern im Vorfeld ausmachen. Da ich es nicht sonderlich weit nach Hause hatte, entschieden wir gemeinsam, dass ich erst als Vorletzter dran bin.
Einzeln wurden wir in einen Raum vor eine Prüfungskommission gebeten. Diese Kommission bestand aus 4 Personen. Soweit ich mich erinnere, waren dort jemand vom Personalrat, ein Prüfer des Auswahldienstes und ein Polizeibeamter aus dem Polizeipräsidium und der Vorsitzende aus dem höheren Dienst.

Ich erhielt einen Zettel mit Informationen für das Rollenspiel. Dieses Rollenspiel stellte eine polizeiliche Situation dar, welche ich anhand meines Bauchgefühls oder auch schon vorhandenen Wissens beurteilen und abarbeiten sollte. Dabei kam es aus meiner Sicht auf die Kommunikation und den Umgang mit meinem Mitspieler an. Ich war zunächst ein wenig aufgeregt und nahm dann aber meine Rolle immer sicherer an. Als es vorbei war, hatte ich ein gutes Gefühl, dass ich diese Aufgabe erfolgreich gelöst hatte.

Nachdem dieses Rollenspiel nach etwa fünf Minuten zu Ende war, wurde ich von der Kommission zu einer Fragerunde gebeten. Hier durfte ich mich zunächst einmal vorstellen und ein wenig über mich erzählen. Danach bekam ich ein paar Fragen gestellt. Es sind zum Teil die üblichen Fragen eines Vorstellungsgesprächs. Ich darf so viel verraten, dass es zum Teil um das aktuelle Zeitgeschehen, mein Wissen über die Polizei und das Land Brandenburg und meine Motivation, Polizist in Brandenburg werden zu wollen, ging. Die Aufzählung hier ist aber nicht abschließend.

Nachdem Gespräch wurde ich gebeten, den Raum kurz zu verlassen und die Kommission wertete das Gehörte und Gesehene aus. Anhand eines Bewertungsbogens wurde mir mein Ergebnis mitgeteilt. Ich hatte auch das Auswahlgespräch bestanden und zusammen mit meinen anderen Ergebnissen würde ich einen Platz auf der Rangliste erhalten. Die Kombination meines Platzes mit meinem Ergebnis, so ließ es mich der Prüfer wissen, hätten eine ziemlich gute Chance auf eine Einstellung. Ich war mehr als glücklich und machte mich auf den Weg nach Hause.

Wenige Wochen später erhielt ich meine schriftliche Einstellungszusage. Ich hatte es geschafft!

Der Erfahrungsbericht basiert auf wahren Begebenheiten,  ist jedoch auf Grund von Änderungen im Auswahlverfahren angepasst worden und wurde in Zusammenarbeit mit dem Auswahldienst der Polizei Brandenburg erstellt.

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Vom 01. Juni bis zum 30. September 2017 kannst Du Dich für eine Einstellung im April 2018 bei uns bewerben. Für eine Einstellung im Oktober 2018 bewirb Dich bitte ab November 2017.

Hinweis: Die Onlinebewerbung funktioniert momentan nicht auf allen mobilen Endgeräten. Wir empfehlen die Nutzung eines Desktop PCs oder Laptops.